Gravebook – eine Marktlücke oder Tabuthema?

Als Gentleman der alten Schule fürchte ich selbstredend weder Tod noch Teufel. Die digitalzivilen Neuerungen sind jedoch auch einem Held wie mir nicht immer geheuer. Denn erdolche ich in der Real World meinen männlichen Widersacher mit perfidem Seitenhieb und lasse mein weibliches Vis a Vis mit einem kämpferischen Lippenkräuseln zu Creme Brulee dahin schmelzen, gestaltet sich die digitale Kampfführung durchaus schwieriger.

Warum? Weil sie einfach nicht sterben diese verdammten Huuuuuu…genotten! So schwimmen und schwirren inzwischen nämlich auch in meinem Online Umfeld ein paar digitale Leichen herum. Mit Verlaub, nicht von mir verschuldet, aber dennoch Leute die ich auch im realen Leben gekannt habe und welche nun tot sind, doch ihre Socialprofiles noch „am Leben”.

986 der (insgesamt 996) Friends, die des Abdankens der Person unwissend sind, posten nun auf seinem Profil: warum meldest du dich nicht mehr? Wieso gibt es keine neuen Statusfeeds? Und wieso hat Deine Freundin ihren Beziehungsstatus auf „it´s complicated“ gestellt? Bei weiteren Acht wiederum wird auf deren Profilen zum Begräbnis eingeladen und eine Gruppe zur Finanzierung des gewünschten „Mein Staub möge im Morgengrauen durch die Panorama Bar gepustet werden“ Begräbnisses gegründet. Während die verbliebenen zwei echt engen Friends das digitale  Leichen – Profil nun als himmlisches Sprachrohr nutzen und dem Verstorbenen hier einfach weiterhin ihre Nachrichten schicken, ihn in ihren Fotos taggen und ihm neue Pages suggesten wie den Amtsarzt, einen Notar aus der Umgebung und Gott.

Bleiben diese Profile für immer aktiv? Haben sie ein Eigenleben? Posten sie bald zurück und gründen sie Gruppen, die die Profile Lebendiger löschen? Heisst Facebook bald Gravebook? Gibt es auch im Netz bald schon nekromantisch veranlagte Leichenprofilschänder?

Wo soll das Alles hinführen? Mon Dieu!

With gentle hugs – Der Online Gentlemen

7 Antworten zu “Gravebook – eine Marktlücke oder Tabuthema?

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